Steckerlfisch gegen Herzinfarkt

Fisch gegen Herzinfarkt
Von Priv.-Doz. Dr. med. Peter Singer

Ernst-Ludwig-Promenade 29
D-64625 Bensheim

Die Chemie der ungesättigten Fettsäuren
•   Sie sind wesentlich am Stoffwechsel und den Kreislaufreaktionen des

     Körpers beteiligt und ersetzen das ungünstige gesättigte Fett in der Nahrung.
•   Die wichtigsten ungesättigten Fettsäuren kommen reichlich in natürlichen
     Nahrungsmitteln vor.
•   Eine faszinierend einfache Möglichkeit, mit dem überall erhältlichen
     Pflanzenöl, Fisch und Fischöl eine effektive Vorbeugung von Herz-
     Kreislauf-Erkrankungen zu betreiben.

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Omega-3-Fettsäuren - essentielle Fettsäuren, die vom Körper nicht selbst
gebildet werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden
müssen.

Doppelrolle der Omega-3-Fettsäuren:
•   Gewährleistung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit

•   Behandlung von Krankheiten

Um einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren vorzubeugen, sollte
man etwa 30 g Seefisch täglich oder 2 bis 3 Fischmahlzeiten mit etwa 100
bis 200 g Seefisch pro Woche zu sich nehmen.

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Fisch ist nicht gleich Fisch
•   Kaltwasserfische gelten als beste Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Ihr hoher

     Gehalt ist Voraussetzung für ihre Existenz bei niedrigen
     Wassertemperaturen.
•   Magere Fische sind als Quelle für Omega-3-Fettsäuren weniger geeignet.
     Sie stellen allerdings eine hochwertige fettarme Eiweißquelle dar, die man
     bei Verdauungsstörungen einsetzt.
•   Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten sind dagegen fette
     Seefische zu bevorzugen.

Empfehlung: Makrele, Lachs, Hering und Thunfisch.

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Besondere Wirkung auf die Zusammensetzung der Körperzellen
•     Die Omega-3-Fettsäuren werden zum großen Teil unverändert von den

       Körperzellen aufgenommen und in die Fette der Zellwände eingebaut.
       Die Zellmembranen reichern sich mit Omega-3-Fettsäuren an, so dass
       sie bei Bedarf den Zellen zur Verfügung stehen und für den Stoffwechsel
       genutzt werden können.

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 Omega-3-Fettsäuren senken hohe Blutfette
•   Insbesondere das Neutralfett wird vermindert. Anderseits kommt es zur

     Erhöhung des HDL-Cholesterins.
     Dadurch werden wichtige Risikofaktoren für den Herzinfarkt ausgeschaltet.
     Dieser Effekt ist nur durch eine dauerhafte Zufuhr zu erreichen.

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 Omega-3-Fettsäuren senken hohen Blutdruck
•   Das kann mit Fischdiäten oder mit Fischöl-Kapseln (oder beiden) erzielt

     werden. Außerdem verstärken Fischöl-Kapselen die Wirkung
     blutdrucksenkender Medikamente.
     Sie sollen aber nicht bewährte blutdrucksenkende Maßnahmen ersetzen.
     In Kombination mit einer natriumarmen, kaliumreichen Kost können
     Omega-3-Fettsäuren einen stärkeren blutdrucksenkenden Effekt aufweisen.

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 Omega-3-Fettsäuren beugen Herzrhythmusstörungen vor
Auch die Durchblutung wird verbessert. Das beruht auf folgenden Wirkungen:

•   Gefäßerweiterung,
•   Erhöhte Verformbarkeit der roten Blutkörperchen,
•   Abnahme der Viskosität des Blutes.

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 Omega-3-Fettsäuren verzögern die Blutgerinnung
•   Langfristig kann dadurch der Gefahr von Blutgerinnseln und

    Arterienverkalkung entgegengewirkt werden. Eine Blutungsgefahr besteht
    dennoch nicht.

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  Omega-3-Fettsäuren schwächen übersteigerte Stressreaktionen ab
•   Stress ist biologisch durchaus sinnvoll und versetzt den Menschen in die

     Lage, durch erhöhte Reaktionsfähigkeit schwierige und gefahrvolle Situationen
     zu meistern. Übersteigerte Reaktionen sind dagegen gesundheitsschädigend. Die
     Abschwächung von Stressreaktionen ist daher medizinisch günstig.

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 Die Häufigkeit von Herzinfarkten wird verringert
•   Menschen mit fischreicher Ernährung haben eine geringere

     Herzinfarkthäufigkeit. Das ist durch mehrere Bevölkerungsuntersuchungen
     belegt. Auch nach überstandenem Herzinfarkt wirkt sich eine fischreiche
     Nahrung günstig aus. Daran sind mehrere Effekte der Omegfa-3-Fettsäuren
     beteiligt.

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 Positiver Einfluss auf chronisch entzündliche Erkrankungen
•   Durch Omega-3-Fettsäuren werden Rheuma und Schuppenflechte gelindert.

     Eine chemische Substanz, die bei diesen Entzündungen vermehrt ist, wir
     reduziert.
•   Auch einige Krebsarten werden günstig beeinflusst.

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Einsparung von Medikamenten
Bei einer Kombination von Fischöl mit Medikamenten kann es zu einer

stärkeren Senkung von Blutdruck und Blutfetten kommen.
Von Vorteil ist hierbei das breite Wirkungsspektrum von Omega-3-Fettsäuren:
•   Senkung der Blutfette,
•   Senkung des Blutdruckes,
•   Verminderte Klebrigkeit der Blutplättchen,
•   Verbesserung der Durchblutung
Arzneimittel haben dagegen meist nur einen der genannten Effekte.

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 Frei von Nebenwirkungen
•   Fisch ist besonders bekömmlich

•   Fisch und Fischöl weisen keine Nebenwirkungen auf. Sie sind daher für
     eine langfristige Einnahme besonders geeignet.

 
Dosierung der Omega-3-Fettsäuren
•   Hierbei ist zu unterscheiden, ob man die Zufuhr an essentiellen Fettsäuren

     sichern oder ob man sie zur Behandlung von Risikofaktoren einsetzen
     möchte.
•   Grundsätzlich gilt: 2-3 Fischmahlzeiten pro Woche
•   Zur Behandlung chronischer Krankheiten sind meist größere Mengen
     erforderlich. Ein individuelles Vorgehen ist ratsam.
•   In regelmäßigen Abständen soll die Wirksamkeit kontrolliert werden.

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 Nur langfristige Zufuhr ist sinnvoll
•   Die essentiellen Omega-3-Fettsäuren müssen dem Körper lebenslang

     zugeführt werden. Das haben sie mit den Vitaminen gemeinsam.
     Für einen ausreichenden Vorrat im Körper sollte immer gesorgt sein.
•   Omega-3-Fettsäuren sind für eine Akutbehandlung nicht geeignet.

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 Empfehlung von Omega-3-Fettsäuren bei folgenden Erkrankungen:
•   Erhöhung der Blutfette,

•   Bluthochdruck,
•   Durchblutungsstörungen von Herz, Gehirn und Beinen,
•   überstandener Herzinfarkt,
•   Schuppenflechte und Gelenkrheumatismus.
•   Alle essentiellen Fettsäuren müssen grundsätzlich in unserer Nahrung
     enthalten sein. Eine Reduktion der gesättigten Fette ist die wichtigste
     Umstellung in unserer Ernährung. Das vereinfachte Motto kann lauten:
Fisch statt Fleisch

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 Gut erforscht sind die Effekte von Omega-3-Fettsäuren bei
•   Fettstoffwechselstörungen,

•   Hohem Blutdruck und der
•   Verhütung des Herzinfarkts

Aber auch andere chronische Erkrankungen, z.B.
•   Schuppenflechte,

•   entzündliche Darmerkrankungen,
•   Rheuma,
•   Krebs sowie
•   Gehirn- und Augenfunktion
werden günstig beeinflusst.

 
Wichtigste Nahrungsquelle:

Fische aus kalten Meeresgewässern

Fischart

Omega-3-Fettsäuren

p/s-Ouotient

 

g/100g Lebendgewicht

 

Makrele

1,6-2,8

0,80

Lachs

1,2

1,00

Hering

1,1-2,4

0,56-0,61

Thunfisch

1,6

2,00

Regenbogenforelle

0,9

1,33

Merlan

0,8

1,00

Kabeljau, Dorsch

0,3

1,00

p = polyunsaturated (mehrfach ungesättigt)
s — saturated (gesättigt)
(Der Quotient gibt also das Verhältnis von mehrfach
ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren an)

 

Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Seefischen,
Lebertran und Fischöl (g pro 100 g)

Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Seefischen

 

Lebertran und Fischöl (g pro 100g)

 

 

 

EPA(g)

DHA(g)

Gesamtgehalt(g)

Fettreiche Fische

 

 

 

Heilbutt

0,5

0,4

0,9

Makrele

0,5

1,6

2,1

Lachs

0,5

0,7

1,2

Hering

1,0

0,7

1,7

Thunfisch

0,4

1,2

1,6

Fettarme Fische

 

 

 

Kabeljau

0,1

0,2

0,3

Flunder

0,1

0,1

0,2

Schellfisch

0,1

0,1

0,2

Krusten- und Schalentiere

 

 

 

Hummer

0,1

0,1

0,2

Austern

0,4

0,2

0,6

Garnelen

0,2

0,1

0,3

Lebertran und Fischöl

 

 

 

Lebertran

12

8

20

Lachsölkonzentrat

18

12

33

Die Summe von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)
entspricht nicht immer dem Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren, da auch noch
andere Omega-3-Fettsäuren (wie alpha-Linolensäure und Docosapentaensäure) in
geringen Mengen vorhanden sein können.


Aus medizinischer Sicht haben Omega-3-Fettsäuren
erstaunliche Effekte zur Folge: Sie sind ein wichtiger Faktor
bei der Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit
und dienen zur Vorsorge und Behandlung von Herz
-Kreislauf-Krankheiten.
Omega-3-Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren, die vom
Körper nicht selbst gebildet werden können, sondern mit der
Nahrung aufgenommen werden müssen.

 2-3 Mahlzeiten pro Woche mit
* Makrele
* Lachs
* Hering
* Thunfisch
beugen einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren vor.

 

Dr. Peter Singer hat als einer der ersten Ärzte in Europa die
Rolle der essentiellen Omega-3-Fettsäuren bei verschiedenen
Krankheiten untersucht.
Seine Studien haben ihn international bekannt und zum
Träger des ISFE-Preises und des Sonderpreises der
Deutschen Herzhilfe gemacht.